Häufig gestellte Fragen - FAQ's:

Elternvereine - Schulpartnerschaft
Elternverein - was ist das?
Schulgemeinschaftsausschuss
Sind Elternvereine noch aktuell ?
Elternverbände und Beiräte
Schulungsmaßnahmen
Umsetzen in die Praxis
Aufgaben der Elternvereine
Wahrung des Erziehungsrechtes der Eltern
Die Aufgaben der Elternvereine werden u.a. erfüllt durch
Nicht zu den Aufgaben des Elternvereinen gehören
Mitglieder eines Elternvereines
Rechte der Elternvereine in der Schule ( § 63 SchUG )
Mitwirkung von Lehrern im Elternverein
Landeselternbeirat
Klassenelternabend - Allgemeines, Durchführung,...
Erziehung als Aufgabe von Eltern und Schule

ELTERNVEREINE - Schulpartnerschaft

Dem dualistischen Spannungsfeld im Berufsleben zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern steht im Schulwesen ein Dreiecksverhältnis gegenüber:

Eltern - Schüler - Lehrer

In der Mitte dieses Spannungsfeldes steht somit das Kind. Dem Recht und der Pflicht der Eltern, für das geistige, leibliche und seelische Wohl ihrer Kinder zu sorgen, steht die Schulpflicht als Teilbereich der Erziehung durch die Obrigkeit des Staates gegenüber. Da eine erfolgreichem Erziehungsarbeit nur im Zusammenwirken von Eltern und Schule gelingen kann, wurde 1974 mit dem Schulunterrichtsgesetz die Schulpartnerschaft erstmalig in Österreichs Schulen eingeführt. Eltern und Schüler bekamen im Schulwesen Rechte eingeräumt und wurden eingeladen, in partnerschaftlicher Weise Schule mitzugestalten. Diese ( Mitwirkungsrechte / beratend und beschließend) sind im Schulunterrichtsgesetz aufgezeigt.

Dort wo es dem einzelnen Elternteil oft schwer fallen mag, sein Anliegen der Schule mitzuteilen bzw. wo es um die Interessen mehrerer Schüler und Eltern geht und eine Koordination der Willensbildung erforderlich ist, sieht das Gesetz seit der Novelle 1986 nun verschiedene Vertretungsformen vor:

- den Elternverein
- das Klassen und Schulforum
- den Schulgemeinschaftsausschuss

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Elternverein

Der Elternverein ist die älteste Form der Mitbestimmung von Eltern und, wie die Erfahrung gezeigt hat, die effizienteste; denn er übt seine Tätigkeit im Gegensatz zu den beiden anderen Vertretungsformen auf privatrechtlicher Basis aus. Lehrer können, müssen aber nicht mitwirken. Der Elternverein ist der privatrechtliche Zusammenschluss von Erziehungsberechtigten der Kinder einer Schule. Erfüllt der Elternverein diese Voraussetzung, so stehen ihm die im Schulunterrichts-gesetz aufgezählten Vertretungsrechte der Eltern zu. Die Schulen sind daher auch gesetzlich verpflichtet, die Arbeit der Elternvereine zu unterstützen.

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Schulgemeinschaftsausschuss

An den Polytechnischen Schulen, den Sonderschulen, die nach dem Lehrplan der Polytechnischen Schule geführt werden, den Berufsschulen und an den mittleren und höheren Schulen ist jeweils ein Schulgemeinschaftsausschuss zu bilden. Dem Schulgemeinschaftsausschuss gehören der Schulleiter und je drei Vertreter der Lehrer, der Schüler und der Erziehungsberechtigten an.
Besteht an der Schule ein Elternverein, dann werden die Elternvertreter in der Regel von diesem entsandt. Ansonsten sind sie von den Eltern der Schule zu wählen.
Die Einberufung obliegt dem Direktor, die Aufgaben erstrecken sich grundsätzlich über das gleiche Gebiet wie für das Klassen- und Schulforum.

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Sind Elternvereine noch aktuell ?

Bei dem vielfältigen Angebot von Schulpartnerschaft ist bei vielen ELTERN daher die Frage entstanden, ob die Tätigkeit eines Elternvereins nicht vom Klassen - und Schulforum bzw. Schulgemeinschaftsausschuss abgelöst wurde Der Elternverein ist jedoch die einzige privatrechtliche Vereinigung der Eltern. In ihm können die Eltern ohne direkte Einflussnahme der Klassenlehrer bzw. Schuldirektoren am Schulgeschehen verantwortlich mitwirken ( z.B. Stellung-nahme zu Schulgesetzen, Schulveranstaltungen, Verkehrsregelung im Interesse der Schüler, Baumaßnahmen usw.). Aber auch in finanziellen Angelegenheiten wirkt der Elternverein unterstützend, etwa beim Ankauf von zusätzlichen Schul-büchern oder von Lehrmitteln, bei der Unterstützung von bedürftigen Schülern u.a.m.
Der Fortbestand von Elternvereinen und die Bildung neuer Elternvereine ist unbedingt zu befürworten. Denn nur an der Basis, wo infolge von Lehrplänen und Schulversuchen die Inhalte der Gesetze und Verordnungen im Schulleben spürbar werden, können praxisnahe Erfahrungen gesammelt und über die Elternverbände an die Schulpolitiker weitergegeben werden. Ein gut funktionierendes Netz von Elternvereinen ist daher notwendig, damit Eltern - und Schülerinteressen in der Gesetzgebung berücksichtigt werden.
Bei Schulen, an denen noch immer kein Elternverein besteht, wäre daher beim Direktor bzw. der Schulaufsichtsbehörde zu hinterfragen, mit welcher Begründ-ung dem eindeutigen gesetzlichen Auftrag zur Förderung der Elternvereine bis-her nicht entsprochen wurde.

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Elternverbände und Beiräte

Im die Interessen der einzelnen Elternvereine überregional zu koordinieren und gemeinsam Interessen je nach Schultyp, gibt es Landes- und Bundesverbände der Elternvereine. Weiters sind Elternvertreter im Elternbeirat des BMUK sowie in Landeselternbeiräten beratend tätig. Hier kann Einfluss auf bestehende oder neu zu schaffende Gesetze und Verordnungen, welche das Schulleben regeln, genommen werden.

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Schulungsmaßnahmen

Vielen Eltern ist der Begriff Schulpartnerschaft noch fremd. Um sie zu beraten und unterstützen zu können, werden von diversen Organisationen der Eltern - und Familienverbänden Schulungen der Funktionäre angeboten.
Dort erhalten sie die nötige Information über Rechte und Pflichten der Schulpartner.

Da im Mittelpunkt immer der Schüler steht , wird auch bei der Ausbildung auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eltern und Schule Bedacht zu nehmen sein. Bildungsveranstaltungen für Elternvertreter bieten auch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen auszutauschen. Dadurch werden nicht nur Probleme anderer Elternvertreter kennen gelernt, sondern oft auch relativiert. Gleichzeitig bietet sich dem Elternvertreter die Möglichkeit, Schwerpunkte zu erkennen und für die kommende Vereinsarbeit zu setzen.

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Umsetzen in die Praxis

Wie gut auch immer gesetzliche Regelungen sein mögen - Schulpartnerschaft wird erst lebendig, wenn Eltern, Lehrer und Schüler im Gespräch miteinander die auftretenden Probleme klären können.
Wichtig hiefür ist, dass alle Beteiligten den anfallenden Fragen gegenüber positiv eingestellt und bereit sind, sich mit Problemen eingehend und nicht einseitig auseinander zu setzen. Um emotionsbedingte Willensäußerungen hintan zu halten und auch Gesichtspunkte anderer Eltern mitberücksichtigen zu
können, ist es daher vorteilhaft, die Meinungsbildung der Eltern zunächst ohne Beisein des Lehrer zu erreichen. Idealer Ort hiefür ist der Elternverein, wo die Eltern nicht nur unter sich sind, sondern wo überdies geschulte und praxiser-fahrene Eltern mit Rat und Tat zur Seite stehen. In diesem Gremium können dann die verschiedenen Elternwünsche gesammelt. Meinungsunterschiede bereinigt und das weitere Vorgehen besprochen werden. Wenn gleichgelagerte Elternwünsche einer oder sogar mehrerer Klassen dem Klassenlehrer(-vorstand ) oder der Direktion gegenüber vorgebracht werden sollen., ist es nützlich Zielvorstellungen zu formulieren, um so eine einheitliche Linie zu erreichen. Dies wird insbesondere dann notwendig sein, wenn Wünsche der Eltern im Zusammenwirken mit Lehrern und Direktion, an die Schulbehörde oder dem Schulerhalter ( bessere Ausstattung der Schule, Gebäude, Erhaltungsfragen, Auslandsaufenthalt u.a.m.) mit Erfolg herangetragen werden soll.

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Aufgaben der Elternvereine

Die Aufgaben und Ziele der Elternvereine sind insbesondere je nach Schulart und Rechtsträgerschaft der betreffenden Schulen in den jeweiligen Statuten verschieden formuliert und gewichtet. Aus ihnen, vor allem aber aus der praktischen Tätigkeit der Elternvereine, lassen sich im wesentlichen zwei Hauptaufgabenbereiche erkennen.

Wahrung der Elterninteressen hinsichtlich der schulischen Bildung der Kinder und der mit dem Schulbesuch der Kinder zusammenhängenden Fragen:
- Wahrnehmung der Aufgaben des Elternvereines gemäß § 63 SchUG ( u.a. Abgabe von Vorschlägen, Wünschen, Beschwerden und Stellungnahmen an der Schule).*
- In Schulen ohne Schulgemeinschaftsausschuss.**
Bestellung des Wahlvorsitzenden und Erstattung eines Wahlvorschlages für
die Wahl des Klassenelternvertreters und eines Stellvertreters.
- In Schulen, an welchen ein Schulgemeinschaftsausschuss eingerichtet ist.*
- Entsendung der Vertreter der Erziehungsberechtigten in diesen Ausschuss.
- Herstellung und Pflege der Partnerschaft zwischen Elternhaus, Schüler und
Schule und Mitwirkung im Rahmen der Schulgemeinschaft ( § 2 SchUG).
- Unterstützung der Eltern bei der Geltendmachung der ihnen nach dem SchUG
zustehenden Rechte.
- Unterstützung der Klassenelternvertreter bzw. der Elternvertreter im Schulge-
meinschaftsausschuss bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.
- Förderung des Unterrichts der die betreffende Schule besuchenden Schüler
durch enge Zusammenarbeit mit dem Lehrkörper.
-Wahrnehmung der Elterninteressen in Bezug auf Schulwegsicherung,
Schülerbeförderung,
-Schülerbetreuung ( wie Beaufsichtigung, Mittagstisch) usw. Sowie in Bezug
auf die Schaffung von Einrichtungen zur körperlichen Ertüchtigung der
Jugend (u.a. Spiel-u Sportplätze, Turnhallen usw.).
- Beratung der Eltern in schulrechtlichen Fragen sowie in Angelegenheiten des
Beihilfen- und Stipendienwesens.
-Wahrnehmung der Elterninteressen hinsichtlich der Schulbahn- und Berufs-
beratung.
- Hilfe und Unterstützung für bedürftige Schüler ( unter Ausschluss jeder
regelmäßigen Fürsorgetätigkeit).

- Siehe "Rechte der Elternvertreter in der Schule"
- D.s.Volks-, Haupt-, und Sonderschulen, die nicht nach dem Lehrplan der Polytechnischen Schulen geführt werden.
- D.s die polytechnischen Schulen, die nach dem lehrplan der Polytechnischen Schulen geführten Sonderschulen, die Berufsschulen sowie die mittleren und höheren Schulen.

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Wahrung des Erziehungsrechtes der Eltern

- Unterstützung der im § 2 SchOG normierten Miterziehungsaufgaben der
Schule unter Wahrung des primären Erziehungsrechtes der Eltern.

- Förderung positiver Erziehungseinflüsse (wie Errichtung von Schulbüchereien,
Unterstützung von Maßnahmen auf dem Gebiet des Jugendschutzes) und
Abwehr negativer Einflüsse (Brutalität, Rauschgift, Alkoholmissbrauch,
Pornographie, aber auch antidemokratischer Tendenzen usw.) in Zusammen-
arbeit mit der Schule.

- Wahrnehmung von Möglichkeiten zur Beratung und Weiterbildung der Eltern
auf dem Gebiet der Bildung und Erziehung.

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Erfüllung der Aufgaben:
Die Aufgaben der Elternvereine werden u.a. erfüllt durch:

# schriftliche und mündliche Weitergabe von Anliegen der Elternschaft an die
Schule (Schulleitung), an Behörden, Ämter usw.

# Mitwirkung in den Schulgemeinschaftseinrichtungen,

# Unterstützung der Klassenelternvertreter und der Elternvertreter in den
Schulgemeinschaftsausschüssen,

# Abhaltung von Zusammenkünften der Eltern,

#Veranstaltung von Vorträgen bildender Art sowie Abhaltung von
musikalischen, künstlerischen und anderen den Vereinszweck fördenden
Veranstaltungen,

# Abhaltung von Kursen, Tagungen u. a. für die Elternbildung und Eltern-
beratung usw.

# Herausgabe und Verbreitung von Druckerzeugnissen, die den Zweck des
Vereines fördern.

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Nicht zu den Aufgaben des Elternvereinen gehören:

# Wahrnehmung parteipolitischer Aufgaben und Ziele,

# Ausübung schulbehördlicher Aufgaben,

# Ausübung von Aufgaben der Schulaufsicht und

# Wahrnehmung von Aufgaben der sozialen Fürsorge.

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Mitglieder eines Elternvereines

können grundsätzlich nur die Eltern oder sonstigen Erziehungs-berechtigten von Kindern sein, die die betreffende Schule besuchen. Sie haben das Recht, an den Veranstaltungen des Vereines teilzu-nehmen. Sie haben ein Stimmrecht und das aktive und passive Wahlrecht.

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Rechte der Elternvereine in der Schule ( § 63 SchUG )

Die Schulleiter haben die Errichtung und die Tätigkeit von Elternvereinen zu fördern, die Satzungs - gemäß allen Erziehungsberechtigten von Schülern der betreffenden Schule zugänglich sind.

*Im Sinne der Förderung der Tätigkeit der Elternvereine soll diesen in jeder Schule in geeigneter Weise die Kontaktaufnahme mit den Erziehungsberechtigten neu aufgenommener Schüler sowie die Pflege des Kontaktes zwischen Elternverein und Erziehungsberechtigten ermöglicht werden, z. B. durch Auflage von Informations- material, durch Auflage von Beitrittserklärungen zum Elternverein in der Schule, durch Teilnahme von Funktionären des Elternvereines an von der Schule veranstalteten Elternabenden, durch Informationsver - anstaltungen des Elternvereines an Elternsprechtagen, durch Weitergabe von Informationen des Eltern- vereines, allenfalls durch Auflage bzw. Verteilung von Einzahlungsscheinen für den Mitgliedsbeitrag für den Elternverein usw.( Erlaß des MUK vom 26.03. 82.. Zl. 30346/2-4/82).

Die Organe des Elternvereines können dem Schulleiter und dem Klassenvor-stand Vorschläge, Wünsche und Beschwerden mitteilen: der Schulleiter hat das Vorbringen des Elternvereines zu prüfen und mit den Organen des Eltern-vereines zu besprechen.

Der Elternverein hat das Recht auf Entsendung von Vertretern der Erziehungs-berechtigten in den Schulgemeinschaftsausschuss sowie in Schulen ohne Schulgemeinschaftsausschuss das Recht auf Erstellung eines Wahlvorschlages für den Klassenelternvertreter und einen Stellvertreter und die Entsendung eines Wahlvorsitzenden für die Wahl des Klassenelternvertreter Diese Rechte stehen jedoch nur zu, wenn an einer Schule nur ein Elternverein besteht und sich dessen Wirkungsbereich nur auf diese Schule bezieht; sie stehen ferner zu, wenn sich der Wirkungsbereich des Elternvereines auf mehrere in einem engen örtlichen Zusammenhang stehende Schulen oder. wenn sich der Wirkungsbe- reich des Elternvereines einer Volks-, Haupt-, oder Förderschule auch auf eine Poly-technische Schule bezieht.

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Mitwirkung von Lehrern im Elternverein

Das BMUK begrüßt ein enges Zusammenwirken zwischen Lehrkörper und Elternverein, doch sollten Mitglieder des Lehrkörpers keine Funktion im Elternverein der gleichen Schule bekleiden.**
Die Teilnahme von Vertretern des Lehrkörpers an Hauptversammlungen, an Elternausschussberatungen usw. wird im Interesse des wünschenswerten Zusammenwirkung von Schule und Elternhaus nachdrücklich befürwortet, doch können solche Vertreter des Lehrkörpers nur mit beratender Stimme in Erscheinung treten.

*Gemäß Erlaß des BMUK.Zahl 30346/7-4/78,können die Organe des Elternvereines in Angelegenheiten, die über die Zuständigkeit der einzelnen Schule hinausgehen und die zum Wirkungsbereich des Elternvereines zählen, Vorschläge, Wünsche und Beschwerden auch den Schulbehörden (Bezirksschulrat,Landesschulrat) mitteilen, welche das Vorbringen prüfen und mit den Organen des Elternvereines besprechen.
**Erlaß des BMUK (MVBl.Nr. 133/1981^): Lehrerinnen und Lehrer, deren Kinder dieselbe Schule besuchen, an der sie unterrichten, können Mitglieder, ,jedoch nicht Funktionäre des Elternvereines sein.

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Landeselternbeirat

Aufgabe derselben ist im allgemeinen die Beratung des Präsidenten (Amtsführenden Präsidenten) und des Kollegiums des Landesschulrates/ Stadtschulrates sowie der Landesregierung bzw. des für das Schulwesen zuständigen Mitgliedes der Landesregierung in allen Angelegenheiten der schulischen und außerschulischen Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen. Die Vorsitzführung ist verschieden geregelt. Mitglieder sind u.a. die im jeweiligen Bundesland eingerichteten Landesverbände der Elternvereine und Familienverbände.
Für das Bundesland Tirol führte der
Amtsführende Präsident HR Dipl. Vw. Mag. Sebastian Mitterer
einmal im Monat mit den Obmännern der Landesverbände der Elternvereine ein Jour fix ein. Somit erübrigt sich ein Landeselternbeirat.

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Klassenelternabend:
Allgemeines

Schulgemeinschaft - verstanden als Zusammenwirken von Lehrern und Eltern ( in höheren Klassen auch von Schülern) auf der Grundlage der durch das Schulunterrichtsgesetz gegebenen inneren Ordnung zur Erfüllung der Aufgabe der österreichischen Schule - wird von den Eltern am unmittelbarsten auf der Ebene der Klasse der eigenen Kinder erlebt. Hier können Eltern und Lehrer erfahren, dass sie gemeinsame Ziele haben, dass sie insbesondere bei der Erfüllung ihrer Erziehungsaufgaben den Herausforderungen durch die gesellschaftliche Entwicklung nur dann gerecht werden können, wenn sie
Zusammenarbeiten, und dass es daher notwendig ist, gemeinsam die Wege zur Erreichung dieser Ziele zu überlegen und auch gemeinsam anstehende Probleme
zu bewältigen. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn diese Zusammenkünfte regelmäßig, und zwar mindestens einmal je Schuljahr, stattfinden. Die Beratung auf Grund besonderer Vorkommnisse oder Anliegen sowie die Behandlung von speziellen Themen wird allerdings weitere Klassenelternversammlungen bedingen.
Bis zur 4. Schulunterrichtsgesetz - Novelle waren die Klassenelternabende die
hauptsächlichste Form der Klassenelternversammlungen und wurden auf Einladung seitens der Schule oder des Elternvereines - meist im Zusammen-wirken beider - durchgeführt.
Mit der erwähnten Novelle wurden das Klassenforum und die Klasseneltern-beratung geschaffen. Es ist zu erwarten, dass insbesondere die Klassenelternbe-ratung die als Klassenelternabend durchgeführte Elternversammlung weitgehend verdrängen wird, vor allem dann, wenn sich die Klassenelternberatung über die gesetzlich vorgesehenen Beratungsthemen hinaus mit den jeweils anstehenden Fragen, Problemen und Anliegen der Elternschaft befassen wird. Dessen ungeachtet ist davon auszugehen, dass der Klassenelternabend als die inhaltlich umfangreichste Form einer Klassenelternversammlung neben Klassenforum und Klassenelternberatung weiter bestehen bleiben wird, und zwar vornehmlich als Veranstaltung des Elternvereines (bzw. der Elternschaft einer Klasse ).für welche nachstehende Anregungen dienen mögen.

Aufgaben

Kennenlernen der Eltern untereinander, Kontaktpflege zwischen den Eltern und dem Klassenlehrer bzw. Klassenvorstand und allenfalls weiteren Lehrern;
Eventuell auch Kennen lernen des Schulgebäudes(Führung der Eltern durch die Schule);
Information der Eltern über die allgemeine Situation der Klasse (u. a. zur Schaffung eines guten Gesprächsklimas, solange - noch- keine Schwierigkeiten
bestehen) sowie über wichtige allgemeine Belange der Klasse z.B. Klassengemeinschaft, klassenbezogene Probleme, Leistungsstand. Hinweis auf allgemeine Förderangebote ( Förderunterricht). Darlegung des Lehrstoffes der betreffenden Klasse und der Lernziele, der Unterrichtsmethoden sowie der Beurteilungsmaßstäbe, die davon abgeleitet werden, Besprechung der Schulbücher und anderer Unterrichtsmittel;
Besprechung konkreter Angelegenheiten der betreffenden Klassen wie Sexualerziehung im Sinne des Sexualerziehungserlasses, Medienerziehung. Politische Bildung, Schulveranstaltungen, Schulbahnberatung, allgemeine Fragen der Gesundheitserziehung , Stundenplangestaltung, insbesondere im Hinblick auf die Schülerbeförderung, Sitzordnung, Pausengestaltung, Sammlungen, Feiern usw.
Behandlung aktueller Themen, die allgemeine Anliegen oder Interessen der Eltern betreffend der Schulwegsicherung, Fahrschülerbetreuung, Verkehrs-probleme, Aufsichtsmaßnahmen;
Besprechung besonderer Vorfälle, soweit sie nicht nur einzelne Schüler betreffen, wie disziplinäre, soziale und hygienische Probleme und Besprechung
von Lösungsmöglichkeiten, häufige Absenzen. Gruppenprozesse in der Klasse. Schwierigkeiten bei der Erledigung der Hausaufgaben, Schwierigkeiten in einzelnen Unterrichtsgegenständen usw.
Wahl oder Bestellung eines Klassenelternsprechers(-vertreters) an Schulen ohne Klassenforen.

Durchführung:
Vorbereitung

Einholung von Informationen über aktuelle Themen, die die Eltern besonders berühren.
Möglichst gemeinsame Planung mit dem Klassenlehrer bzw. Klassenvorstand, in höheren Schulstufen auch mit dem Schülervertreter/ Klassensprecher insbesondere bezüglich Zeitpunkt, Programm, Einladung, Ort, Sitzordnung usw.
Vorbesprechung mit Eltern wegen Übernahme der Funktion des Klassenelternsprechers(-vertreters);
Vorankündigung ( zum Beispiel über das Mitteilungsheft ).

Einladung

Diese erfolgt schriftlich im Wege der Schule ( Verteilung an die Schüler zur Ausfolgung an die Eltern, Einladungsschreiben eventuell mit abzutrennende
Empfangsbestätigung, die in der Schule wieder eingesammelt wird).

Abwicklung

Begrüßung durch den Einladenden, erforderliche Vorstellungen; allfällige weitere Grußworte.
Beim ersten Elternabend: Vorstellung der Eltern.
An Schulen ohne Klassenforen: Wahl(Bestellung) eines Klassenelternsprechers (-Vertreters) sowie eines Stellvertreters.
Information der Eltern durch den Klassenelternsprecher(- vertreter ) und durch den Klassenlehrer ( Klassenvorstand, Schulleiter ).
Fragen, Wünsche, Anregungen der Eltern an den Klassenlehrer bzw. Klassen-vorstand; Mitteilungen des Elternvereines;
Allenfalls Behandlung eines Schwerpunktthemas mit anschließender Diskussion.

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Erziehung als Aufgabe von Eltern und Schule
Erziehungsrecht und Erziehungsaufgabe der Eltern

Die Eltern haben für die Erziehung Ihrer minderjährigen Kinder zu sorgen und überhaupt Ihr Wohl zu fördern Die Erziehung des Kindes umfasst besonders die Entfaltung der körperlichen, geistigen, seelischen und sittlichen Kräfte, die Förderung der Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen und Entwicklungsmöglich-keiten des Kindes sowie dessen Ausbildung in Schule und Beruf. Dritte dürfen in die elterlichen Rechte nur soweit eingreifen, als Ihnen dies durch die Eltern selbst, unmittelbar aufgrund des Gesetzes oder durch eine behördliche Verfügung gestattet ist. Der Staat hat bei Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung entsprechend ihren religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen. Das Erziehungsrecht der Eltern ist primärer Natur und geht jenem der Schule vor. Die Eltern haben jedoch die Erziehungsarbeit der Schule im Sinne der Bestimmungen des § 2 Schulorganisationsgesetz zu unterstützen.

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